Mündliche Kommunikationsprüfung | Spanisch Q1 GK (n) | Pobreza infantil

Beispiel für eine mündliche Prüfung als Ersatz für eine Klausur im Fach Spanisch entwickelt und erprobt von Daniela Finkmann am St.Leonhard Gymnasium Aachen | NRW

Inhaltliche Vorgaben des Zentralabiturs:

  • Latinoamérica – el desafío de la pobreza infantil

Hinführung:

Der Spanischunterricht der gymnasialen Oberstufe in NRW fokussiert interkulturelle wie sprachlich-kommunikative Kompetenzen. Um dem Primat der Mündlichkeit Rechnung zu tragen, kann in der Qualifikationsphase eine Klausur durch eine mündliche Prüfung ersetzt werden. Am St.Leonhard Gymnasium Aachen mündet die Unterrichtsreihe zum Abiturthema “Latinoamérica – el desafío de la pobreza infantil” in eine solche Kommunikationsprüfung, in der die Schüler:innen in verschiedenen Aufgabenformaten ihre Fähigkeiten im monologischen zusammenhängenden Sprechen wie auch ihre Kompetenzen des Kommunizierens und Interagierens in dialogischen und multilogischen Gesprächssituationen unter Beweis stellen.

Unterrichtsvorhaben:

Das Unterrichtsvorhaben erstreckte sich über das komplette 2. Quartal des 2. Halbjahres der Q1 und umfasste damit ca. 11 Wochen. Inhaltlich wurden folgende Themenbereiche besprochen: das Leben der Kinder auf der Straße, das Aufwachsen ohne Familie/Eltern in Straßenbanden, illegaler Drogenkonsum, Formen und Gründe von Kinderarbeit, die Diskussion über die Legalisierung von Kinderarbeit in einigen lateinamerikanischen Ländern (z.B. Bolivien), die Rolle der Politik, der Polizei und NGOs, die Kinderrechtskonvention der UNO, die Arbeit von Hilfsorganisationen und die Reflexion über die eigene Kindheit in Deutschland und den Umgang mit Straßenkindern hierzulande. Sprachliche Strukturen, die integrativ behandelt wurden, waren: das futuro simple, das condicional simple sowie einige Verwendungen des subjuntivo.

Examen oral

Angaben zum Kurs

  • 18 Schüler:innen
  • Lerner:innenbiografie: 3. Fremdsprache, 2. Lernjahr
  • Kurs: Q1 (2. Quartal, 2. LEK)
  • Die Kompetenzerwartungen orientieren sich am Niveau B1/B2 des GeR.

Prüfungsformat

  • Gruppenprüfung mit 3 Schüler:innen

Prüfungsphasen u. Aufgabenformen:

  • 1./2. Prüfungsteil: „Zusammenhängendes Sprechen“
  • 3. Prüfungsteil: „An Gesprächen teilnehmen“

Prüfungsorganisation

  • Vorbereitungszeit: 30 min.
  • Dauer der Prüfung: 30 min. (Dreiergruppe) inkl. Bewertung
  • Dauer der Gesamtprüfung: 3,5 Zeitstunden (inkl. 1 Pause à 30 min.)
  • Anzahl der Lehrkräfte: 2 Prüfer:innen, 1 Aufsicht im Vorbereitungsraum
  • Anzahl der Räume: 1 Prüfungsraum, 1 Vorbereitungsraum
  • Materialien: Ein- und zweisprachige Wörterbücher

Beurteilungsbereiche (vgl. Bewertungsraster)

  • Inhalt/Aufgabenerfüllung
  • Kommunikative Strategie
  • Ausdrucksvermögen
  • Sprachliche Korrektheit
  • Aussprache / Intonation

Prüfungsvorbereitung:

Der Kurs besteht aus 18 Schülerinnen und Schüler, die sich selbst in 6 Dreiergruppen einteilen durften. Die Lernenden konnten sich in einem separaten Aufenthaltsraum in ihren Gruppen auf die Prüfung vorbereiten. Sie hatten 30 Minuten Zeit (einige wenige) Stichpunkte zu machen und sich abzusprechen, wer welche Argumente in der Diskussion übernimmt (Tarea 3). Hierfür standen ihnen auch ein- und zweisprachige Wörterbücher zur Verfügung.

Methodisch sind hier Varianten denkbar, so dass die Lehrkraft ggf. festlegt:

  • welche Schüler:innen eine Gruppe bilden
  • wieviel bzw. über was genau sich die Lernenden in der Vorbereitungsphase austauschen dürfen: z.B. die monologischen Teile
  • ob den Lernenden vorher festgelegte Rollenkarten zugeteilt werden.

Prüfung:

Der zeitliche Rahmen der Prüfung umfasst 30 Minuten. Jeder Prüfling absolviert zunächst zwei individuelle monologische Sprechanlässe von insgesamt ca. 5-7 Minuten. Im dritten Prüfungsteil, für den ca. 8-10 Minuten anberaumt sind, diskutieren die Schülerinnen und Schüler kontrovers über das von ihnen aus zwei Optionen ausgewählte Thema.

Bewertung:

Die Prüfungskommission besteht aus der unterrichtenden Fachlehrkraft sowie einer weiteren Fachlehrkraft, die sich absprechen bzgl. der Dokumentation der Bewertungskriterien im Erwartungshorizont. Empfehlenswert ist eine Aufteilung von inhaltlichen und sprachlichen Beobachtungen und Notizen.

Mit der Erlaubnis der Prüflinge (bzw. deren Erziehungsberechtigten) kann auch eine Tonaufnahme von der Prüfung angefertigt werden, um ggf. die Prüfung im Nachgang noch einmal anhören und reliabler beurteilen zu können.

Als Erwartungshorizont wurde das auf den Seiten des Schulministeriums empfohlene Bewertungsraster für mündliche Prüfungen der Oberstufe verwendet:

https://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/cms/muendliche-kompetenzen/angebot-gymnasiale-oberstufe/

Evaluation:

Zitat:  Schüler:in der Q1 in der Evaluation des mündlichen Prüfungsformats

„Vor der Prüfung hatte ich totalen Bammel, aber wir haben uns in unserer Gruppe total gut unterstützt und die Diskussion ging super schnell vorbei. Außerdem glaube ich, dass es eine gute Vorbereitung auf das mündliche Abi war. Ich habe jetzt weniger Angst, dass ich in so einer Situation komplett versage und nichts rausbekomme auf Spanisch.“

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